TheaGe Mitglieder-Plattform

DTLab-Challenge mit der Theatergemeinde e. V. München

FakultätFK10 Betriebswirtschaftslehre
ProfessorenProf. Lars Brehm; Prof. Holger Günzel
ChallengeberTheatergemeinde München
TeamStudierende der HM und TAMK
Datum09.01.2021

Problem

Der Auftraggeber dieser Challenge war die Theatergemeinde München ("TheaGe"), mit der wir schon in einer früheren Challenge zusammengearbeitet haben. Bei der TheaGe handelt es sich um einen gemeinnützigen Verein, der als Kulturvermittler agiert und seinen Mitgliedern den Zugang zu verschiedenen kulturellen Angeboten in München erleichtern möchte.

Leider hatte die TheaGe in den letzten Jahrzehnten jedoch mit einem stetigen Rückgang von Mitgliederzahlen zu kämpfen, zurückzuführen auf eine Überalterung ihrer Mitglieder. Die Challenge bestand daher daraus, eine Lösung zu entwickeln, die das etablierte Geschäftsmodell der TheaGe in den digitalen Bereich übertragen würde, um ein neues, jüngeres Publikum zu gewinnen. Dieses Publikum sollte dann von einer Mitgliederschaft bei der TheaGe überzeugt werden.

Heutzutage benutzen viele junge Menschen das Internet, um sich über kulturelle Veranstaltungen zu informieren. Dabei werden sie jedoch mit einem Überangebot an Veranstaltugen und einer damit einhergehenden, unübersichtlichen Flut an Informationen konfrontiert. Das Studierendenteam wollte auch hierfür eine Lösung finden und formulierte die Problemstellung wie folgt: "Kulturell interessierte, intellektuelle Best Ager in München möchten Gleichgesinnte finden und sich über die Kulturszene informieren, können sich aber aufgrund der Informationsflut heutzutage oft keinen richtigen Überblick verschaffen."

Ansatz

Trotz des gut etablierten und geschätzten Geschäftsmodells der TheaGe hat der Verein aufgrund der Überalterung seiner Mitglieder mit sinkenden Mitgliederzahlen zu kämpfen. In der Folge muss ein zweiter Ansatz für die TheaGe etabliert werden, um mehr digital-affine Mitglieder zu gewinnen. Gleichzeitig sollte die Lösung das Problem der Informationsüberflutung und die gefühlte Unordnung bei der Online-Recherche angehen. Hierzu wurde die folgende Lösungsaussage formuliert: "Wir schaffen eine Plattform zur Stärkung des Gemeinschaftsgefühls und bieten einem neuen, digitalen Publikum interessante Online-Features an, um sich in der vielfältigen Kulturlandschaft Münchens besser zurechtzufinden."

Die Lösung, die das Studierendenteam für die beiden skizzierten Probleme vorschlug, war eine digitale All-in-One-Mitglieder-Plattform. Sie soll die hochgeschätzten Services der TheaGe (verfrühter Ticket-Zugang, Rabatte und persönliche Beratung) anbieten und gleichzeitig ein Gemeinschaftsgefühl (mit sozialem Austausch, einem Forum, Blogs & Meet-ups) schaffen. Um zu dieser Lösung zu kommen, nutzten die Studierenden die Design-Thinking-Methode, die auch im Solution Finding Process von Amazon zur Anwendung kommt.

Zunächst versuchten sie, die fünf Fragen von Amazons Innovationsmethode "Working Backwards" zu beantworten. Dann wendeten sie die Scrum-Methodik an. Das Studierendenteam bestand aus neun Studierenden der Hochschule München und der Universität Tampere (TAMK). Die vorgeschlagene und anschließend entwickelte Lösung wurde zudem in einem Storyboard dargestellt.

Innovation in Aktion

Beim Prototyp handelt es sich um eine digitale Plattform, die auf Angular mit Amplify entwickelt wurde und die Vielfalt der Angebote der TheaGe für ihre Mitglieder darstellt. Dazu gehören ein Bereich für anstehende und empfohlene Veranstaltungen, die in einer Datenbank mit Dynamo DB gespeichert werden und in die eine API für den direkten Ticketverkauf integriert werden kann sowie ein Blog, in dem die Mitglieder über die neuesten Nachrichten, Einblicke und Informationen hinter den Kulissen informiert werden und ein Forum, in dem die Mitglieder in verschiedenen Kategorien und Unterkategorien miteinander interagieren und kommunizieren können. Zusätzlich wurden Plattform-Standard-Features wie eine informative "Über uns"-Seite, ein kategorisierter FAQ-Bereich und die Möglichkeit, die TheaGe über verschiedene Kanäle direkt zu kontaktieren, geschaffen. Nutzer können nun auch ein persönliches Profil anlegen.

Der Prototyp ermöglicht das Anlegen von Nutzerprofilen und das Hinzufügen neuer Nutzer, die sich offiziell als TheaGe-Mitglied angemeldet haben. In Zukunft werden Mitglieder in ihrem Profil auch ihre Präferenzen für personalisierte Veranstaltungs- und Inhaltsempfehlungen verwalten können. Außerdem ist ein Admin-Profil verfügbar, das spezielle Rechte zum Verwalten, Hinzufügen und Entfernen von Inhalten oder Nutzern auf der Plattform beinhaltet und die Möglichkeit bietet, das Forum zu moderieren und als Kulturvermittler zu agieren.

Die Plattform wurde mit Amazon Web Services aufgebaut.

Nächste Schritte

Aufgrund der kurzen Zeit, die für die Erstellung des Prototypen zur Verfügung stand, konnten noch nicht alle Funktionen vollständig entwickelt werden. Das Studierendenteam schlägt der TheaGe daher einige nächste Schritte vor, welche sie unternehme könnte, um die entworfene Mitglieder-Plattform zu vervollständigen.

Zum jetzigen Zeitpunkt verweist der Blog-Bereich nur auf den bereits bestehenden Blog auf der TheaGe-Website. In Zukunft sollten die Inhalte auf die mitgliederexklusive TheaGe-Plattform übertragen werden. Zusätzlich sollte jede Seite ein Live-Chat-Fenster enthalten, das Mitgliedern die Möglichkeit gibt, mit einem TheaGe-Mitarbeiter in direkten Kontakt zu treten.

Eine Kooperation der TheaGe mit München Ticket war zum Zeitpunkt der Einreichung noch in Verhandlung, ein nächster Schritt wäre jedoch die Implementierung einer API, die es TheaGe-Mitgliedern ermöglichen würde, ihre Tickets für die gewünschten Veranstaltungen direkt online zu erwerben. Es wäre zudem sinnvoll, eine Sitzplatzreservierung in Echtzeit einzubauen, die es Mitgliedern erlauben würde, vor dem Ticketkauf auf einer interaktiven Minikarte einen Sitzplatz auszuwählen.

Weitere drei Vorschläge umfassen eine Personalisierung der Nutzerprofile, das Implementieren einer Filterfunktion für Veranstaltunen und eine Überarbeitung des Designs der Plattform. Ersteres würde den Nutzer als Individuum respektieren und schätzen und zweites personalisierte Empfehlungen ermöglichen.

Unterstützende Dokumente

Folgende Dokumente wurden von den Studierenden während der Challenge erstellt:

Über das Co-Innovation Lab

Diese Challenge wurde als Gemeinschaftsprojekt zwischen dem DTLab und dem Co-Innovation-Lab der Hochschule München bearbeitet. Das Co-Innovation-Lab ist ein übergreifendes Konzept für Innovationsprojekte von Studierenden mit Unternehmen. Hierzu werden temporäre Innovationspartnerschaften – in Form von Projekten – zwischen Unternehmen, Studierenden und DozentInnen geschaffen. Initiiert durch Prof. Holger Günzel und Prof. Lars Brehm (beide Hochschule München) werden aktuell mehr als 25 Innovationsprojekte pro Jahr, auch häufig interdisziplinär, durchgeführt. Das Co-Innovation Lab ist als offene Community aufgebaut. Interessierte Dozierende können das Konzept des Co-Innovation Labs in ihren Lehrveranstaltungen nutzen und sich gerne aktiv in die Weiterentwicklung einbringen.