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Wer eine Menge großer Worte gebraucht, will nicht informieren, sondern imponieren.

Oskar von Miller

Oskar von Miller (1855 bis 1934) war Pionier der Wasserkraft, Gründer eines der weltweit bedeutendsten Technikmuseen und Namensgeber des Polytechnikums, der größten Vorgängerinstitution der Hochschule München. Er hat in seinem Leben viel erreicht. In einer Situation erzielte er dank einer Notlüge einen Durchbruch. Warum er Unternehmer geworden ist und was er unter „entrepreneurial spirit“ versteht, ist im fiktiven Interview mit Oskar von Miller zu lesen.

Herr von Miller, Sie haben an der Technischen Universität München Bauwesen studiert. In welcher Verbindung stehen Sie zur HM?

Zwar habe ich nie an der HM studiert, trotzdem fühle mich ihr verbunden. Zum einen, weil ich selbst Ingenieur bin und das Polytechnikum und alle Zwischeninstitutionen bis hin zu den heutigen ingenieursfachlichen Fakultäten tolle Lernorte sind. Zum anderen, weil mich die Merkmale der Hochschule – vor allem das Angewandte und das Unternehmerische – sehr beeindrucken. Ich selbst vereine diese Eigenschaften in meiner Person und freue mich, wenn sie auch jungen Menschen heutzutage mitgegeben werden.

Bereits in jungen Jahren leiteten Sie 1883 gemeinsam mit Emil Rathenau die Deutsche Edison-Gesellschaft (AEG), hatten also eine hohe Position inne. Warum hat Ihnen dieses Angestelltenverhältnis nicht ausgereicht und Sie sind Unternehmer geworden?

Ach wissen Sie, ich wollte meine eigenen Ideen umsetzen. Und damit habe ich mich bewährt: Mit meinem Ingenieurbüro erreichte ich viel im Bereich der Energiewirtschaft. Im Laufe der Zeit folgten dann weitere Projekte, zum Beispiel leitete ich die Internationale Elektrotechnische Ausstellung in Frankfurt, auf der ich den Durchbruch für die Energieübertragung von Wechselstrom erzielen konnte. Und schließlich gründete ich das Deutsche Museum in München – einen Ort, an dem alle Technik ausprobieren und anwenden können. Ich habe mich also ziemlich gut geschlagen – wer weiß, ob ich es als Angestellter ebenso weit gebracht hätte. Vermutlich liegt das nicht zuletzt an meinem „entrepreneurial spirit“.

Entrepreneurial spirit – was meinen Sie damit genau?

Ich bezeichne mich selbst lieber als einen Entrepreneur, denn als Unternehmer. Lassen Sie mich das an einem Beispiel erklären: An Wasserkraft glaubte ich schon lange bevor die Förderung erneuerbarer Energien in Deutschland Gesetz wurde. Um das Land Bayern und die hiesige Bahn mit Elektrizität zu versorgen, plante ich das Walchensee-Kraftwerk. Zur Vorbereitung dessen diente ein Tauchgang auf den Grund des Sees. Diesen musste ich aber irgendwie verantworten: „Offiziell“ suchten wir suchten also nach einer verschollenen Familie. Ich glaube, für ein solches Unterfangen muss man mutig sein. Und vielleicht auch ein bisschen verrückt. Genau das ist es, was einen Entrepreneur ausmacht.

Dieses fiktive Interview führte Lea Knobloch. Als Quellen dienten das Deutsche Museum, die Süddeutsche Zeitung und die Internetseite walchensee.net.